© iStockphoto / Jan-OttoKrankengymnasten bieten in ihren Praxen meist auch Fitnessgeräte zur Nutzung im Rahmen des sog. „medizinischen Gerätetrainings” (MGT) an. Beim MGT handelt es sich regelmäßig um eine reine Präventivmaßnahme im Anschluss an eine ärztlich verordnete Maßnahme. Eine ärztliche Verordnung liegt beim MGT regelmäßig nicht vor.

Die OFD Frankfurt/M hat ergänzend zum BMF-Schreiben v. 22.10.2004 zu den Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG) bei Heil bzw. Heilhilfsberufen Stellung genommen (OFD Frankfurt/M. v. 2.4.2015 – S 2245 A – 11 – St 210).

  • Die Krankengymnasten treten insoweit in Wettbewerb zu den Betreibern gewerblicher Fitnessstudios.
  • Soweit Krankengymnasten MGT anbieten, handelt es sich nicht mehr um eine heilberufliche Tätigkeit i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Aus dem MGT erzielen die Krankengymnasten vielmehr gewerbliche Einkünfte. Dies gilt auch dann, wenn – ausnahmsweise – für ein MGT eine ärztliche Verordnung vorliegen sollte.
  • Hinsichtlich der ertragsteuerlichen Behandlung der Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit als Krankenschwester/-pfleger gilt das BMF-Schreiben v. 29.09.2003 – IV A 6 – S 2246 – 37/03, wonach die freiberufliche sowie die gewerbliche Tätigkeit steuerlich getrennt zu behandeln sind, wenn eine Trennung nach der Verkehrsauffassung ohne besondere Schwierigkeit möglich ist (z.B bei getrennter Buchführung).
  • Sind bei einer gemischten Tätigkeit die beiden Tätigkeitsmerkmale miteinander verflochten und bedingen sich gegenseitig unlösbar, muss der gesamte Betrieb als ein einheitlicher angesehen werden – hier ist unter Würdigung aller Umstände zu entscheiden, ob nach dem Gesamtbild die gemischte Tätigkeit insgesamt als freiberuflich oder als gewerblich zu behandeln ist.
  • Ob die vorgenannten Voraussetzungen für eine getrennte Beurteilung erfüllt sind oder ob die Tätigkeit nach dem Gesamtbild der Verhältnisse einheitlich als gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit zu beurteilen ist, ist im jeweiligen Einzelfall zu entscheiden.

Darum, liebe Krankengymnasten und Physiotherapeuten, sprecht uns einfach an, wir beraten und helfen gerne, damit es kein böses Erwachen bei einer Steuerprüfung gibt.

Krankengymnasten aufgepasst!!
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