© Smileus - Fotolia.comDie Fahrten eines Arztes von seiner Wohnung zur Praxis sind Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte, auch wenn dabei Hausbesuche miterledigt werden (FG München, Urteil v. 6.6.2014 – 8 K 3322/13; rkr).

Streitig war, ob die Fahrten einer Ärztin von ihrer Wohnung und zurück als Fahrten „Wohnung-Arbeitsstätte“ oder als Dienstfahrten zu beurteilen sind. Die Klägerin war der Auffassung, bei diesen Fahrten handele es sich um Dienstfahrten, da sie auf diesen Wegen auch Hausbesuche durchführt.

Die Richter des FG München waren da allerdings anderer Meinung, und führten aus:

  • Nach der Rechtsprechung des BFH ist auch für die durch berufliche Anlässe unterbrochene Fahrt zwischen Wohnung und Betriebsstätte nur die Kilometerpauschale des § 4 Abs. 5 Nr. 6 EStG zu gewähren
  • Lediglich die für einen eventuell erforderlichen Mehrweg können die tatsächlichen Kfz-Aufwendungen als Betriebsausgaben abgezogen werden (BFH, Urteil v. 25.3.1988 – III R 96/85).
  • Der Charakter der Fahrt zwischen Wohnung und Betriebsstätte ändert sich erst dann, wenn nicht das Aufsuchen der Betriebstätte, sondern andere Gründe für die Fahrt maßgebend waren.
  • Entscheidend ist der eigentliche Zweck der Fahrt, was für die werktäglichen Fahrten als Ziel und Zweck der Fahrt im Vordergrund steht.
  • Das ist für Arbeitnehmer und entsprechend für andere Steuerpflichtige in aller Regel das Aufsuchen der Arbeitsstätte, d.h. des Ortes, der den Mittelpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit bildet.
  • Nach diesen Grundsätzen sind die Fahrten von der Wohnung zur Praxis als Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte zu beurteilen: Denn die anlässlich dieser Fahrten durchgeführten Hausbesuche ändern den Charakter der Fahrt nicht.
  • Die Klägerin musste in jedem Fall zur Ausübung ihrer Tätigkeit zu den Praxispräsenzzeiten in die Praxis und von dort wieder nach Hause gelangen. Daran ändern auch die Patientenbesuche nichts.

Hinweis: Das Urteil ist rechtskräftig.

Quo vadis, Herr Doktor?
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